Die zerrissene Insel: "Helgoland"

Berlin. Als einen "hoch aufragenden, öden, felsigen Flecken" bezeichnete ein englischer Diplomat um 1800 die Insel Helgoland. Das nicht einmal fünf Quadratmeter große Eiland, auf dem heute kaum 1400 Menschen leben, war einst von herausragender politischer Bedeutung.


In seinem Buch "Helgoland" zeichnet der Historiker Jan Rüger die etwa 200 Jahre nach, da Helgoland Geschichte schrieb - als isolierter Außenposten des englischen Empire, als Sehnsuchtsort der deutschen Romantiker, als kaiserliche Seefestung und schließlich als "Hitlers Insel", die dann im Bombenkrieg fast unbewohnbar gemacht wurde.

Es ist erstaunlich, wie die winzige Felseninsel zur Projektionsfläche unterschiedlicher Weltanschauungen wurde. Wie in einem Brennglas zeigen sich hier die Verbindungen und Konflikte zwischen Deutschen und Engländern. Das wird von Rüger gut herausgestellt. Etwas unterbelichtet bleiben dagegen die Helgoländer selbst als Jongleure zwischen den Mächten. Hier hätte man sich gerne mehr authentische Stimmen gewünscht.