Amrum : Bollwerk gegen die Nordsee

Zum dritten Mal: Vor dem Norddorfer Landschulheim Ban Horn wurde ein neuer Sandpuffer eingebaut.


Insgesamt 42 000 Kubikmeter Sandmaterial wurden in den zurückliegenden Wochen am Norddorfer Strand bewegt und in dem Küstenbereich vor Ban Horn eingebaut. Diese Küstenschutzmaßnahme am Norddorfer Kniepsand war nach 2014 und 2016 die dritte, um die Dünen in diesem Bereich zu erhalten.

Lange hatten die Kommunalpolitiker in Norddorf angesichts der immer schmaler werdenden Dünen vor dem Landschulheim Ban Horn die Befürchtung, dass die durch die Sturmfluten arg gebeutelte Dünenstruktur nördlich der Badestelle Norddorf den Naturgewalten nicht mehr standhalten und die Nordsee bis zum Dorf durchströmen könnte. Nicht nur Sturmfluten mit extrem hohen Wasserständen sorgten für große Sandverluste, auch erhöhte Kantenfluten nagten durch das zurückströmende Wasser an der Küste.

Wie bereits im Frühjahr geplant, wurde nun erneut ein Sandpuffer eingebaut. Wie der baubegleitende Ingenieur Daniel Schade erklärte, sei solch eine Maßnahme nur in einem sehr beschränkten Zeitfenster zu realisieren und die umfangreichen Genehmigungsverfahren hätten diese Arbeiten vor der Saison nicht mehr zugelassen. Also mussten sich Arbeiter und Strandspaziergänger während der Arbeiten den Kniepsand teilen. Die Fahrer der Spezial-Lastwagen versuchten allerdings, möglichst Fahrspuren zu wählen, die außerhalb der Laufwege lagen.

Die verantwortlichen Küstenschützer des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) unterstützen nach 2014 und 2016 ein weiteres Mal die Sandmaßnahme zur Sicherung des rund 500 Meter langen Küstenabschnitts vor dem Schullandheim Ban Horn. Dies geschah erneut im Trockenbetrieb. Dabei wurde der Sand vom Kniepsand, gut zwei Kilometer südlich der Badestelle Norddorf, entnommen. Anders als bei den ersten Maßnahmen wurde er dieses Mal nicht als Puffer direkt vor die Dünen platziert. Vielmehr wurde der Puffer viel weiter in die Wasserlinie hineingebaut, um der anlaufenden Welle bereits einen Teil ihrer Energie nehmen zu können.

„Mit diesem Profil wird ein Teil der Seegangsenergie bereits weit vor den Dünen abgebaut, so dass die Welle nicht den Dünenfuß abräumt“, erklärt der Fachingenieur. Es sei und bleibe aber dennoch nur ein sich abbauender Sandpuffer, der diesen durch Auskolkung gebeutelten Strandabschnitt schützen soll, bis der Kniepsand, der immer weiter nach Norden wandert, sich davor legt. Wie wichtig diese Maßnahme ist, haben die ersten Herbststürme mit Orkanböen und großer Naturgewalt bereits deutlich gezeigt.

Das Amt Föhr-Amrum ist ganzjährig für den biotechnischen Küstenschutz auf Amrum verantwortlich. In dessen Zuge wird kontinuierlich Strandhafer gepflanzt, außerdem werden Sandfangzäune aufgestellt. So konnten in den vergangenen Jahren an der gesamten sandigen Küste Amrums immer wieder große Sandpolster durch den biotechnischen Küstenschutz angehäuft werden. Diese dienen bei hohen Kanten- und Sturmfluten als sich verzehrender Schutz für Amrums Randdünen.