Niederlande: Adler sollen doch keine Drohnen fangen

Sie sollten die Geheimwaffe der niederländischen Polizei sein: Adler, die Drohnen abfangen können. Diese Woche wurde das Programm jedoch abgebrochen und die Adler in Rente geschickt.


Es schien wie ein Projekt der Zukunft, das die niederländische Polizei Anfang 2016 präsentierte: Adler, die auf die Jagd von Drohnen trainiert werden. Nach fast zwei Jahren stellte die Polizei aber jetzt fest: zu teuer und ineffektiv.

Adler waren zu unberechenbar

 Eigentlich hätten die Tiere zum Einfangen von falsch funktionierenden oder illegal fliegenden Drohnen in der Luft eingesetzt werden sollen. Einem Bericht des niederländischen Nachrichtenportal NOS zufolge stellte sich die Idee aber als wenig effektiv heraus. Zwar waren die Tiere bereits bei diversen Veranstaltungen mit Drohnen anwesend, da aber nie zum Einsatz gekommen.

Und die Trainer mussten zugeben: Keine Garantie für Erfolg außerhalb der kontrollierten Trainingsumgebung. Außerdem dauerte es schlicht zu lange, die Tiere zu trainieren – die Greifvögel waren zu unberechenbar und gehorchten nicht immer.

Hohe Kosten für Vorbereitung und Haltung, dazu wenig Aussicht auf Erfolg – für die Gesetzeshüter entscheidende Argumente, die Spezialeinheit aufzulösen.
Vögel wurden seit 2016 trainiert

Bereits vor fast zwei Jahren hatte man begonnen, die Greifvögel für den Einsatz als Drohnenjäger vorzubereiten. Dazu arbeitete die Polizei mit dem Unternehmen Guard from Above zusammen, das sich auf das Training spezialisiert hatte und die ersten Trainingsergebnisse im niederländischen Fernsehen präsentierte.

Der Chef der Firma, Sjoerd Hoogendoorn, hatte damals stolz von einer „Lowtech-Lösung für ein Hightech-Problem“ gesprochen. Falkner hatten aber bereits nach Erscheinen der ersten Videos ihre Bedenken über das Programm geäußert.

Diese scheinen mit der Entscheidung der Polizei nun bestätigt. Wie NOS weiter berichtet, befinden sich die Vögel jetzt in Tierheimen. Dort genießen sie hoffentlich ihren verdienten Ruhestand.