Ulrich Tukur liebt Hamburg

Foto: Fontäne an der Binnenalster in Hamburg (über dts Nachrichtenagentur)

 
 
 

Hamburg (dts Nachrichtenagentur) – Der Schauspieler Ulrich Tukur liebt Hamburg – und wird dennoch nicht dorthin zurückkehren. „Ich selbst bin eigentlich nirgendwo verankert, meine Eltern sind Schwaben, ich bin im Hessisch-Unterfränkischen, im Württembergischen, Niedersächsischen und Westfälischen groß geworden und nirgendwo wirklich angedockt“, sagte er der Hamburg-Ausgabe der „Zeit“. Hamburg sei dann auf einmal Heimat für ihn gewesen.

„Als hätte ich dort das Licht der Welt erblickt.“ Von 1985 bis 1995 gehörte Tukur dem Ensemble des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg an, anschließend leitete er bis 2003 die Hamburger Kammerspiele. Der Wochenzeitung sagte er: „Für mich war die Stadt die Befreiung meines Lebens. Dort habe ich meine Karriere begonnen und sehr verrückte und gute Sachen gemacht.“ Dennoch schließt Tukur für seine Frau und sich eine Rückkehr nach Hamburg aus. „Für mich führt wahrscheinlich kein Weg mehr nach Hamburg zurück, so sehr ich mir das gewünscht habe“, sagte Tukur.

Mit seiner Frau zog er vor rund 20 Jahren nach Venedig. Jetzt werde das Paar Italien verlassen, sagte er. Das wäre eine Gelegenheit gewesen, wieder nach Hamburg zu ziehen.

„Aber ich bin nun mal mit einer Hamburgerin verheiratet, die aus vielerlei Gründen nicht zurückkehren wollte. So ist es halt Berlin geworden.“ An der Seite der Schauspielerin Martina Gedeck ist Tukur demnächst in der Komödie „Und wer nimmt den Hund?“ zu sehen. Gedeck und Tukur spielen ein Hamburger Ehepaar in Trennungstherapie. Für ihn habe der Filmdreh deshalb etwas Kathartisches gehabt, so Tukur, dessen erste Ehe während seiner Hamburger Jahre zerbrach. „Ich habe solche Situationen so oder so ähnlich selbst erlebt, hier konnte ich sie spielerisch noch einmal verhandeln und endlich mal das sagen, was mir damals nicht eingefallen ist. Das hatte schon was.“