Bahn verteidigt Pläne für neuen Fernbahnhof Hamburg-Altona

Foto: ICE (über dts Nachrichtenagentur)

 
 
 

Hamburg (dts Nachrichtenagentur) – Die Deutsche Bahn hat ihre Pläne für die geplante Verlegung des Hamburger Fernbahnhofs Altona nach Diebsteich verteidigt. Das berichtet die Wochenzeitung „Die Zeit“. Kritiker zweifeln daran, dass die Kapazität des neuen Bahnhofs ausreicht.

Die Deutsche Bahn hat nun ausschnittsweise den Zugbetrieb am neuen Bahnhof im Jahr 2040 simuliert. „Selbst in der Hochphase am Freitagnachmittag sind von den sechs Bahnsteigkanten für Regional- und Fernzüge lediglich von 15:28 bis 15:30 Uhr fünf mit Zügen belegt“, sagte Projektleiter Henry Lenk den Hamburg-Seiten der Wochenzeitung. „Sonst haben wir immer einen Puffer von zwei bis drei unbelegten Gleisen am neuen Durchgangsbahnhof.“

Es gebe also genügend Platz. Die Berechnungen stellte die Bahn im Rahmen des derzeit laufenden „Faktenchecks“ vor. Unter der Moderation von Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) diskutieren die Deutsche Bahn und Kritiker bei bislang vier Treffen über das Projekt, zwei weitere Termine im Juni sind bereits geplant.

„Ich habe in diesem Verfahren schon viel gelernt“, sagte Dressel der „Zeit“ und lobte die „gute Lernkurve“ der Deutschen Bahn. „Man kann sich fragen, warum manche Sachen nicht schon im Planungsprozess vorgetragen wurden“, so der Politiker. Die Gegner der Verlegung halten den neuen Fernbahnhof weiterhin für zu klein.

„Zu behaupten, dass der geplante Bahnhof Diebsteich mit seinen nur sechs Gleisen den Bahnhof Altona zukunftssicher ersetzen könnte, ist unserer Meinung nach fahrlässig und basiert auf falschen Voraussetzungen“, sagten der Oldenburger Mathematik-Professor Ulrich Knauer und der Hamburger Nahverkehrsberater Dieter Doege der „Zeit“. Sie seien in einer Untersuchung für den Verkehrsclub Deutschland und die Bürgerinitiative Prellbock Altona zu dem Ergebnis gekommen, dass schon der bisherige Bahnhof Altona mit seinen acht Gleisen zu bestimmten Zeiten „vollständig belegt ist, selbst ohne die allgegenwärtigen Verspätungen“.