Sicherheitsbehörden warnen vor Einreisen mit falschen Pässen

Foto: Kontrolle am Flughafen (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Deutsche Sicherheitsbehörden warnen vor dem verstärkten Missbrauch von falschen Ausweisdokumenten bei der illegalen Einreise. Das geht aus einem vertraulichen Bericht des Gemeinsamen Analyse- und Strategiezentrums illegale Migration (GASIM) hervor, über den die „Welt“ (Mittwochsausgabe) berichtet. „Inkriminierte Dokumente stehen in unterschiedlichen Qualitäten in sehr hoher Anzahl zur Verfügung“, heißt es dort.

Unter anderem werden „gestohlene und verlorene deutsche Pass- oder Passersatzdokumente für Ausländer (Reiseausweis für Ausländer oder Flüchtlinge), zumeist in Verbindung mit den zugehörigen Aufenthaltstiteln, genutzt“. Personen mit anerkanntem Schutzstatus in Deutschland würden ihre Ausweisdokumente anderen Migranten oder Schleusernetzwerken zur Verfügung stellen oder an diese verkaufen. Der Missbrauch von Dokumenten findet vor allem im Zusammenhang mit illegalen Einreisen per Flugzeug statt.

Einen Schwerpunkt bildet dabei nach wie vor Griechenland. „Die Maßnahmen der griechischen Polizeibehörden erzielen keinen nachhaltigen Abschreckungseffekt“, heißt es im GASIM-Bericht. An einem Tag im November wurden demnach mehr als 600 ge- oder verfälschte sowie missbräuchlich genutzte Dokumente am Athener Flughafen festgestellt.

Auch die europäische Grenzschutzagentur Frontex weist in ihrem aktuellen Lagebericht auf die vermehrte Nutzung falscher Dokumente hin. Demnach wurden im zweiten Quartal 2018 so viele falsche Dokumente festgestellt wie seit dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 nicht mehr. Allein im Vergleich zum ersten Quartal 2018 verzeichnete Frontex einen Anstieg um 23 Prozent.

Auch diese Statistik weist auf die besondere Bedeutung des Luftverkehrs hin: 70 Prozent der Fälle wurden bei Flugreisen registriert. Am Potsdamer GASIM sind unter anderem Bundesnachrichtendienst, Bundeskriminalamt (BKA), Bundesamt für Verfassungsschutz, Bundespolizei, das Auswärtige Amt sowie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) beteiligt.